Zukünftig hält das Klinikum Meißen ein Schlaflabor mit vorerst vier Messplätzen in vier Einzelbettzimmern vor. Zudem ist es möglich, bei pflegebedürftigen Patienten im stationären Bereich eine Schlafuntersuchung durchzuführen.

Das Schlaflabor stellt eine wichtige Komplettierung des Versorgungsangebots im Bereich der Altersmedizin dar. Hinzu kommt die Behandlung in der Schlafambulanz, da nicht jede Schlafstörung eine Untersuchung im Schlaflabor zur Folge hat. 

Wohl jeder hat schon einmal unter Schlafproblemen gelitten. Dabei bilden Schlafstörungen ein breites Spektrum verschiedener Erkrankungen mit unterschiedlichen Leitsymptomen ab. Dazu gehören regelmäßige und dauerhafte Probleme beim Ein- oder Durchschlafen, das Gefühl des nicht mehr erholsamen Schlafes, ein krankhaft gesteigertes Schlafbedürfnis oder Bewegungen und ungewöhnliche Verhaltensweise während des Schlafs.

Die Auswirkungen für die Betroffenen sind ebenso heterogen wie Schlafstörungen selbst, weiß PD Dr. med. Moritz Brandt, Chefarzt der neurologischen Klinik am ELBLANDKLINIKUM Meißen und Leiter des neuen Schlaflabors: „Man unterscheidet hierbei zwischen den unmittelbaren und langfristigen Folgen. Schlaf ist wichtig für zahlreiche Körperfunktionen und Organe, allen voran das Gehirn. Die akuten Folgen eines kurzfristigen Schlafmangels kennen die meisten in Form von Konzentrationsstörung und verminderter Leistungsfähigkeit. Bei chronischen Schlafstörungen kann dies zum Dauerzustand werden. Darüber hinaus vermittelt der Schlaf entscheidende Prozesse im Gehirn, die die Ausschüttung von Hormonen und Botenstoffen regulieren und dafür sorgen, dass krankmachende Eiweißablagerungen effektiver entfernt werden. All dies führt dazu, dass unbehandelte Schlafstörungen langfristig das Risiko für Demenzerkrankungen, Depressionen aber auch Schlaganfälle und Herzinfarkte erhöhen.“

Um Betroffenen im Landkreis zu helfen, steht im ELBLANDKLINIKUM Meißen zukünftig eine Ambulanz für Schlafstörungen sowie ein daran angegliedertes Schlaflabor zur Verfügung. Chefarzt PD Dr. Brandt: „Im Rahmen der ambulanten Vorstellung entscheidet der Schlafmediziner je nach zugrundeliegender Störung, ob eine Schlaflaboruntersuchung notwendig ist. Im Schlaflabor übernachten die Patienten eine Nacht in der Klinik, um den Schlaf an sich sowie z.B. die Atmung oder Bewegungen während des Schlafes messen zu können.“

Die Schlafdiagnostik gewinnt insbesondere im Rahmen der neurologischen Versorgung an Bedeutung, da charakteristische Veränderungen des Schlafes ein Vorbote für bestimmte Erkrankungen wie Morbus Parkinson sein können.

Die Behandlungsmethoden sind je nach Schlafstörung unterschiedlich und reichen von der unterstützenden Beatmungstherapie bei der sogenannten Schlafapnoe bis hin zu medikamentösen Therapien, wenn zum Beispiel das Syndrom der unruhigen Beine Ursache einer Schlafstörung ist.

Schlafmedizin ist ein interdisziplinärer Bereich. Die Zusammenarbeit des neurologischen Schlaflabors mit z.B. der HNO-Klinik, der inneren Medizin oder der Psychiatrie ist enorm wichtig. Chefarzt PD Dr. Brandt: „All diese Fachbereiche sind an den ELBLANDKLINIKEN vertreten, so dass unsere Patienten von der ganzheitlichen Versorgung nur profitieren können. Ebenso relevant ist natürlich die enge Kooperation mit Zuweisern und Nachbehandlern im vertragsärztlichen ambulanten Bereich.“

Rainer Zugehör, Vorstand der ELBLANDKLINIKEN-Gruppe: „Schlafstörungen betreffen einen Großteil der Bevölkerung. Entsprechend glücklich macht es uns, dass wir nun auch diese Möglichkeit zur medizinischen Versorgung im Landkreis anbieten können. Chefarzt PD Dr. Brandt gilt zudem als ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet und gewährleistet eine hochqualifizierte und bestmögliche Behandlung von Schlafstörungen.“

Zunächst richtet sich die schlafmedizinische Versorgung ausschließlich an Erwachsene. Für die Zukunft gibt es aber bereits erste Überlegungen, in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit der Kinderklinik am ELBLANDKLINIKUM Meißen das Angebot zu erweitern.

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Die ELBLANDKLINIKEN sind die größte und medizinisch führende kommunale Klinikgruppe in Sachsen. Mit circa 3.000 Mitarbeitern zählt sie zu den größten Arbeitgebern der Region.

Die medizinische Versorgung durch die ELBLANDKLINIKEN an den drei Klinikstandorten in Meißen, Radebeul und Riesa wird ergänzt durch die Rehabilitationsklinik in Großenhain mit angeschlossenem Facharztzentrum, eine Tochtergesellschaft im ambulanten Sektor mit sieben Medizinischen Versorgungszentren bei mehr als 25 Facharztpraxen, den Ambulanten Pflegedienst der ELBLANDKLINIKEN am Standort Radebeul sowie diverse Tochtergesellschaften für Labor, Sterilgut-Versorgung und Service- und Logistik-Dienstleistungen. Die enge Vernetzung aller Häuser und klinikübergreifende Wechselseitigkeit in inhaltlicher wie räumlicher Nähe fördert und optimiert die medizinische Versorgung in unserer Region.