Aktuelles


Turn-over-Flap

Neue operative Therapie des Lymphödems der Arme nach Behandlung des Mammakarzinoms


Radebeul: Das Lymphödem ist eine der Hauptkomplikationen nach operativer und strahlentherapeutischer Behandlung des Brustkrebses. Durch eine Transportstörung im Lymphdrainagesystem kommt es zur zunehmenden Schwellung des Armes. Die Patientinnen haben Schmerzen und sind in der Funktionalität des betroffenen Armes und in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt. 


Dauern die Beschwerden trotz mindestens 6-monatiger konservativer Behandlung mittels Kompressionsstrumpf oder manueller Lymphdrainage an, kann den Patientinnen meist nur noch eine Operation helfen. Die bisher beim Lymphödem durchgeführten Transplantationen einzelner Lymphknoten und -bahnen sind sehr aufwändige mikrochirurgische Eingriffe und können zu Komplikationen an der Entnahmestelle der Lymphknoten (Achselhöhle der Ge-genseite, Leiste, Bauch) führen.


Am ELBLANDKLINIKUM Radebeul wurde durch Chefarzt Dr. med. Mario Marx ein neues OP-Verfahren entwickelt, bei dem unter Ultraschallsicht von der Brustwand umgeschlagenes Lymph- und Fettgewebe mit seinen versorgenden Arterien und Venen in die Axilla der betroffenen Körperseite gebracht wird. Dieses „Turn-over-Flap“ genannte Verfahren zielt darauf ab, zunächst die durch Operation und Bestrahlung entstandenen Narbenstrukturen zu entfernen und anschließend das Volumendefizit in der Achselhöhle durch körpereigenes, mit funktionsfähigen Lymphstrukturen ausgestattetes Gewebe zu füllen. Dadurch kann der gestörte Lymphabfluss wiederhergestellt werden. In der Folge kommt es bereits Stunden nach der Operation zu einer deutlichen und objektiv messbaren Entstauung des Armes. Alle bisher mit diesem Verfahren operierten Patientinnen berichteten wenige Tage nach der Opera-tion, dass sich auch subjektive Beschwerden wie Schmerzen, Taubheit sowie eingeschränkte Mobilität deutlich verringerten oder ganz verschwanden und eine Steigerung der Lebensqualität durch die Wiederaufnahme alltäglicher Tätigkeiten und Hobbys eintrat.


Im Rahmen der diesjährigen 38. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie in Stuttgart stellte Dr. Marx in Kooperation mit der Universitätsfrauenklinik Tübingen diese innovative Methode in Vorträgen sowie mit einem eigenen wissenschaftlichen Poster als Neuheit vor.

Aktuell sind gemeinsam mit der Universitätsfrauenklinik Tübingen wissenschaftliche Studien in Vorbereitung, deren Ziel es sein wird, bei einer größeren Patientenzahl die klinischen Einsatzmöglichkeiten, die Erfolgsrate  sowie die exakten physiologischen Wirkungsmechanis-men des neuen OP-Verfahrens zu untersuchen.


Ergänzende Informationen


Frau V. hat als eine der ersten Brustkrebspatientinnen von der neuen Behandlungsmethode profitiert. Bei ihr entwickelte sich nach leitliniengerechter Therapie des Mammakarzinoms ein zunehmendes, konservativ nicht behandelbares Lymphödem. Dieses machte es ihr unmöglich, alltägliche Arbeiten zu verrichten und hinderte sie auch daran, ihrer großen Leidenschaft, dem Spielen der Tenorflöte, nachzugehen.


Bereits vier Tage nach Narbenlösung in der Achselhöhle und Wiederauffüllung des entstandenen Volumendefizits mittels Turn-over Flap zeigte sich eine deutliche Beschwerdebesserung und Umfangsreduktion des Ober- und Unterarms. Nur wenige Wochen nach dieser Operation konnte Frau V. wieder ohne Beschwerden im Orchester Tenorflöte spielen.

 

Dr. med. Mario Marx

Chefarzt

 

Sekretariat:

Frau Richter

0351 - 833 3350

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Heinrich-Zille-Straße 13
01445 Radebeul

 

Regionales Brustzentrum am Universitäts KrebsCentrum


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