Robotics Zentrum

Im Februar 2012 startete im ELBLANDKLINIKUM Riesa eine bemerkenswerte Innovation: Prof. Dr. Dirk Kieback, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde in Riesa, führte die ersten Operationen mit dem neuen Da Vinci Si-System durch, das von dem amerikanischen Robotics-Hersteller „Intuitive Surgical“ entwickelt wurde. Das Gerät ermöglicht hochpräzise, roboterassistierte Operationen in den Fachbereichen Gynäkologie, Urologie und Viszeralchirurgie und ist dadurch quasi eine Weiterentwicklung der minimal-invasiven Chirurgie, allerdings mit einer immens verbesserten Genauigkeit und Handhabbarkeit.

Das System besteht aus einer Bedienkonsole, an der der Chirurg im OP die Maschine filigran lenkt. Die Befehle des Chirurgen werden zeitgleich von der Behandlungskonsole ausgeführt, die neben dem Patienten, der sich auf dem OP-Tisch in Narkose befindet, installiert ist. Von dieser Konsole aus werden wie bei der laparoskopischen Chirurgie Optiken und Instrumente durch kleine Hautschnitte in den Bauch des Patienten eingeführt. Der Chirurg kann von der Bedienkonsole aus mittels Fingerbewegungen und vollständig zitterfrei die präzisen und kleinen Instrumente steuern, die sich von der Behandlungskonsole aus im Bauch des Patienten befinden.

Der große medizinische Fortschritt des Robotics - Systems liegt in seiner technischen Überlegenheit. Es verbindet die Vorteile der offenenen Chirurgie mit denen der Laparoskopie. Der Roboter bietet erstmals eine dreidimensionale Optik und schafft damit für den Chirurgen ein Raumgefühl wie bei der offenen Operation. Die Geschicklichkeit seiner Hände, die mit mindestens gleichen Bewegungsmöglichkeiten an die kleinen und extrem flexiblen laparoskopischen Instrumente gekoppelt sind, kann sich voll entfalten. Alle Freiheitsgrade der Instrumente sind so vorhanden, als ob sich die Hände des Operateurs im Bauch des Patienten befänden. Dies erlaubt die technische Vereinfachung von komplexen laparoskopischen Verfahren bzw. macht sie überhaupt erst möglich. Das Verfahren wird derzeit in der Urologie, Gynäkologie, Herzchirurgie, Allgemeinchirurgie und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde eingesetzt. Für weitere Krankheitsbilder ist die Methode eine neue Therapieoption: Prostata-, Blasen- oder Nierenkrebs, Darmkrebs, Herzkranzgefäßverschluss bzw. Bypassoperationen, Endometriose, Gebärmutter- oder Gebärmutterhalskarzinom, Notwendigkeit der Entfernung von Beckenlymphknoten, Myomentfernung, Gebärmutterentfernung für gutartige Krankheiten, Sterilitätsoperationen, Lungenkrebs, Mund- und Kehlkopfkrebs. Inzwischen sind zehntausende roboterassistierte Operationen weltweit erfolgreich durchgeführt worden, und das Verfahren findet eine rasant zunehmende Verbreitung.

Einsatzort des Da Vinci Si - Systems wird das ELBLANDKLINIKUM Riesa bleiben. Dort wurde eigens dafür ein Robotics-Zentrum gegründet, das seit April 2012 von dem Facharzt für Urologie Dr. med. Christian Freund geleitet wird. Mit der Klinik für Urologie, der Frauenklinik sowie der Viszeralchirurgie können dort gleich drei wichtige Fachgebiete diese neue Therapiemöglichkeit interdisziplinär für die Patienten der ELBLANDKLINIKEN nutzen. In Ostdeutschland ist das System neben Riesa an vier weiteren Kliniken im Einsatz. Als einziger Standort in Deutschland verfügt Riesa über eine doppelte Operateurskonsole. Dadurch können bei Bedarf zwei Operateure gleichzeitig robotische Instrumente bedienen, wodurch integriert interdisziplinäre Operationen mit dieser Methode möglich werden - für Deutschland ein absolutes Novum.

 

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