Spezialisierungen Klinik für Augenheilkunde
Durchs Schlüsselloch zu besserer Sehkraft - Neues Verfahren der Kanaloplastik
Von einer neuen Operationstechnik in der Augenheilkunde - der Kanaloplas-tik - erhoffen sich Betroffene und Mediziner stärkere Hilfe für Glaukompatienten. Die Kanaloplastik ist ein minimal-invasives Verfahren zur Senkung des Augeninnendruckes, eine neue Technik zur operativen Behandlung des Glaukoms. Da bei der Operation der Augapfel nicht eröffnet wird, handelt es sich um ein sehr schonendes Verfahren. Die Kanaloplastik hat sich innerhalb weniger Jahre zu einer viel beachteten mikrochirurgischen Technik entwickelt. Dabei wird mit einem speziellen Mikro-Katheter der nur 0,25 mm dünne Abflusskanal des Auges sondiert und mit einem Faden aufgedehnt. Damit wird der natürliche Abfluss für das Augenwasser verbessert, nicht aber künstlich umgeleitet. Dies erlaubt eine rasche Genesung der Patienten und rasche Wiederherstellung der Sehkraft.
Prof. Dr. med. Andreas G. Böhm, Chefarzt der Radebeuler Klinik für Augenheilkunde der Elblandkliniken, hat bereits zahlreiche Erfahrungen mit dieser neuen Operationsmethode gesammelt.
Herr Prof. Dr. med. Böhm, was bewirkt diese neue Methode?
„Die Kanaloplastik bewirkt eine Verbesserung des natürlichen Abflusses damit eine Senkung des Augeninnendruckes. Wir wissen, dass eine Senkung des Augeninnendruckes, den Sehnerv vor weiterer Schädigung bewahrt. Insofern ist auch bei der Kanaloplastik davon auszugehen, dass sie - da sie erwiesener Maßen den Augeninnendruck senkt - den Sehnerv vor einer weiteren Schädigung bewahrt."
Für welche Patienten ist der Eingriff geeignet? Für wen nicht?
„Geeignet sind vor allem Patienten mit einem Offenwinkelglaukom: wie dem primär chronischen Offenwinkelglaukom (die häufigste Glaukomform in Deutschland) und sekundären Offenwinkelglaukomen. Nicht geeignet sind alle Formen von Engwinkelglaukomen und Patienten, die bereits mit einer Trabekulektomie am Glaukom operiert wurden. Vorherige Laserbehandlungen stellen kein Problem dar. Im Vergleich zu dem Standardverfahren, der Trabe-kulektomie, zeigt die Kanaloplastik eine etwas geringere Drucksenkung. Aus diesem Grund ist die Kanaloplastik mehr ein Verfahren für den Glaukompatienten, bei dem die Senkung des Augendruckes mit Augentropfen nicht mehr ausreicht, aber die Erkrankung noch nicht zu weit fortgeschritten ist. Es muss im Einzelfall abgewogen werden, ob durch die Operation eine ausreichende Drucksenkung erzielt werden kann. Aus diesem Grund wird die Kanaloplastik das Standardverfahren, die Trabekulektomie, nicht vollständig ersetzen. Sie stellt aber eine wertvolle Ergänzung der operativen Behandlung des Glaukoms dar, insbesondere bei noch nicht so weit fortgeschrittener Erkrankung."
Welche Erfahrungen haben Sie speziell in der Radebeuler Augen-klinik gesammelt?
„Wir haben in Radebeul sehr gute Erfahrungen mit der Kanaloplastik gemacht. Eine aufwändige Nachkontrolle, wie wir dies von anderen Opera-tionsverfahren kennen, ist bei dieser Operation nicht erforderlich. Die meis-ten unserer Patienten haben nach der Operation ausreichend niedrige Augen-innendruckwerte erreicht, so dass eine Therapie mit zusätzlichen drucksenkenden Augentropfen nicht mehr erforderlich ist. Ein weiterer Vorteil des Verfahrens ist, dass das Auge sich rasch von der Operation erholt."
Das gesamte Leistungsspektrum der Augenklinik Radebeul
- Die Behandlung aller Formen des Grauen Stars, einschließlich der Einpflanzung neuer Speziallinsen (multifokale, asphärische, torische oder Blaufilter- Kunstlinsen) und nachträgliches Einnähen von Linsen bei Linsenlosigkeit
- Behandlung aller Formen von Grünem Star (Trabekulektomie mit MMC, Drainageimplanate, Selektive Lasertrabekuloplastik, Cyklophotokoagulation, Augeninnendruckprofile)
- Glaukom Feindiagnostik mittels verschiedener Spezialverfahren wie zum Beispiel der Scanninglasertechnik (HRT III, GDxPro, Spectralis OCT)
- Netzhautfeindiagnostik bei Macula- und Netzhauterkrankungen mittels modernster optischer Kohärenztomographie (Spectralis OCT) und Angiographie
- Feindiagnostik des vorderen Augenabschnitts mit dem Vorderabschnitt Tomographen (Pentacam)
- Befunddokumentation mittels non-mydriatischer Funduskamera
- Diagnostik und Behandlung komplizierter Erkrankungen der Hornhaut und des äußeren Auges (Hornhauttransplantationen, Diagnostik mit Pentacam)
- Operative Behandlung von Netzhaut- und Glasköpererkrankungen mit Vitrektomie und eindellender Chirurgie (Netzhautablösungen, Netzhaut-Glaskörperblutungen, Thrombosen)
- Laserbehandlung von diabetischen Netzhauterkrankungen, retinalen Gefäßverschlüssen und anderen Veränderungen
- Behandlung der Makuladegeneration durch Eingabe von Medikamenten in den Augapfel (intravitreale Injektion)
- Operationen an den Augenlidern (Lidfehlstellung, Plastische Rekonstruktion bei Tumoren
- Lasertherapie bei Nachstar, Glaukom und Netzhauterkrankungen
- Traumatologie

