Ein Bild sagt mehr als tausend Worte …
Meißen. An einem frühen Morgen im Dezember 2009 rollte der LKW mit dem tonnenschweren MRT-Kern an. Viele Schaulustige verfolgten, wie ein Spezialkran das 6 t schwere Kernspintomographie-Gerät (MRT) der Firma Philips unter großem technischen Aufwand in die Eingangshalle des Elblandklinikums Meißen beförderte. Unter Einsatz von Muskelkraft wurde das Gerät mit Hilfe von Spanngurten und eines ausgelegten Rollensystems in das neue Domizil gezogen. Bevor das MRT-Gerät installiert werden konnte, waren aufwendige Umbaubarbeiten in der Radiologie erforderlich. Der eigens dafür hergerichtete Untersuchungsraum wurde mit dünner Kupferfolie verkleidet. Dadurch entstand ein sogenannter „Faradayscher Käfig“. Dieser soll verhindern, dass äußere elektrische Einflüsse die Funktionsweise des neuen MRT stören, aber auch dafür sorgen, dass innere elektromagnetische Wellen nicht nach außen gelangen können.
„Mit der Anschaffung des MRT haben wir die Technik vor Ort, um unseren Patienten eine erstklassige medizinische Versorgung nach neuestem technischen Stand anbieten zu können“, so der Geschäftsführer der ELBLANDKLINIKEN, Markus Funk.
Das System mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von ca. 1,8 Mio Euro, die vom Landkreis Meißen zu einem großen Teil aus Mitteln des Konjunkturpaketes II bereitgestellt wurden, ermöglicht es den Radiologen, selbst kleinste Veränderungen zu erkennen. Nach intensiven Schulungen der am Gerät arbeitenden Fachgruppen und Testläufen geht das MRT Ende Januar in Betrieb.
Der Landrat Arndt Steinbach freut sich mit den Kliniken über diese Anschaffung. Er sagt: „Mit dem neuen MRT im Krankenhaus Meißen wird sich die medizinische Versorgung im Elbtal wesentlich verbessern. Mein Dank richtet sich vor allem an die Damen und Herren Kreisräte, die dieser Investition mit Geld aus dem Konjunkturpaket II zugestimmt haben.“
Die Stärke des 3.0 Tesla MRT der Firma Philips ist derzeitig die höchste Feldstärke im klinischen Betrieb. Das erzeugte Magnetfeld ist bis 10 000 mal stärker als das der Erde. Mit dem zur Zeit leistungsfähigsten MR-Tomographen ist eine enorme Erweiterung des diagnostischen Spektrums im klinischen Betrieb möglich. Vergleichbare Geräte sind derzeit nur an Universitätskliniken in Deutschland zu finden. „Bereits ab zwei Millimetern Größe sind Tumoren oder andere Veränderungen im Körperinneren erkennbar“, so der Regionaldirektor Detlef Köhler von Philips Healthcare.
Vom Scheitel bis zur Sohle können kleinste Veränderungen in ca. einer Stunde in hervorragender Bildqualität abgebildet werden. Das gilt nicht nur für Ganzkörperuntersuchungen, sondern auch für die Darstellung des Gefäßsystems.
„Das Spitzengerät bringt einen entscheidenden Gewinn in der Diagnostik des Herzens. Mit nur einer einzigen Untersuchung lassen sich die Funktionsweise und die Anatomie des Herzens darstellen. Schon geringfügige Veränderungen können schneller entdeckt werden“, sagt die Chefärztin der Radiologie im Elblandklinikum Meißen, Dr. Petra Breyer.
Im orthopädischen Bereich können zum Beispiel kleinste Veränderungen im Gelenk erfasst und beurteilt werden. Veränderungen des Spinalnervenkanals, des Gehirns und der Wirbelsäule werden optimal abgebildet, ohne den Patienten umpositionieren zu müssen. Spezielles Zubehör ermöglicht bei der MR-Mammographieuntersuchung exaktes und schnelles Erfassen von Lymphknoten und die Durchführung einer Gewebeentnahme.
Ein weiterer Vorteil des MRT für die Patienten liegt darin, dass z. T. Untersuchungen, die sonst Kontrastmittel erfordern, auch ohne Kontrastmittelgaben durchgeführt werden können.
Als besonders vorteilhaft erweist sich die Möglichkeit, dass sofort am Patienten gemeinsam mit den behandelnden Ärzten Therapieentscheidungen getroffen werden können. Die Klinikärzte werden direkt in den Untersuchungsprozess einbezogen.


