Samstagsuniversität - Vorsorgen ist besser als heilen

Prostatakrebs ist beim Mann häufigste Krebserkrankung
Riesa. In Deutschland erkranken rund 58.000 Männer pro Jahr an Prostatakrebs. Damit ist das Prostatakarzinom (Krebs der Vorsteherdrüse) die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Die Sterblichkeitsrate liegt bei etwa 10 Prozent der Erkrankten (6.000 im Jahr), das mittlere Erkrankungsalter bei etwa 69 Jahren. Vor dem 50. Lebensjahr treten kaum Erkrankungen auf. Somit hat das Prostatakarzinom eine außerordentlich hohe soziale und ökonomische Bedeutung.

Im Rahmen der Samstagsuniversität am 14. März 2009 im ELBLANDKLINIKUM Riesa, Haus 2, Ebene 2, Raum der Begegnung, wird Ihnen Herr Dr. med. Hans-Dieter Illig, Chefarzt der Klinik für Urologie am ELBLANDKLINIKUM Riesa, einen aktuellen Überblick über Diagnostik und Therapie des häufigsten Tumorleidens des Mannes geben und Ihnen zu Fragen der Männergesundheit Rede und Antwort stehen. Der Eintritt ist frei.

Die medizinische Versorgung des Prostatakarzinoms in Deutschlang ist vorbildlich, dennoch werden mehrere Aspekte der Erkrankung kontrovers diskutiert. Mit Einführung des Tumormarkers PSA (prostataspezifisches Antigen) vor knapp 20 Jahren und der nachfolgenden feingeweblichen Sicherung durch Prostatabiopsie werden immer mehr Karzinome in einem Frühstadium entdeckt. Es ist aber gegenwärtig noch nicht möglich, zwischen einem Krebs, an dem der Betroffene erkranken und unter Umständen auch versterben wird und einem Krebs, der zu Lebzeiten des Betroffenen nie Krankheitswert erlangen wird, zu unterscheiden.

Jede aktive Behandlungsform wie Operation oder Bestrahlung beinhaltet das potentielle Risiko relevanter Nebenwirkungen wie Inkontinenz, erektiler Dysfunktion oder Störung der Darmfunktion. Das so genannte „watchful waiting", das heißt das einfache Abwarten bis zum Auftreten von Symptomen, muss vor dem Hintergrund der Entwicklung eines nicht mehr heilbaren Erkrankungsstadiums kritisch bewertet werden. Die aktuell in Studien getestete Strategie der aktiven Überwachung ist zwar für den Einzelnen psychisch belastend und in der Verlaufskontrolle aufwändig, bietet jedoch die Möglichkeit des Erhaltes der körperlichen Integrität und Lebensqualität bis zu einer möglichen definitiven Therapie.

Neben der Bestrahlung stellt vor allem die radikale Prostatektomie, d.h., die komplette Entfernung der Vorsteherdrüse, das Behandlungsverfahren mit der größten Heilungschance dar.

Im ELBLANDKLINIKUM Riesa wird diese Operation seit über zehn Jahren erfolgreich mit vergleichbaren funktionellen und onkologischen Ergebnissen durchgeführt. Für Patienten, die eine Operation nicht wünschen bzw. bei denen eine solche Therapie wegen Begleiterkrankungen nicht möglich ist, steht die sog. HIFU- Therapie (hochintensiver fokussierter Ultraschall) zur Verfügung. Hierbei wird das Tumorgewebe mittels hochenergetischer Ultraschallwellen zerstört.

Im fortgeschrittenen Tumorstadium, in dem das Krebsleiden leider nicht mehr heilbar ist, stehen dann vor allem Maßnahmen zur Verbesserung oder Erhaltung der Lebensqualität im Vordergrund.

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