Geschichte des Standortes Radebeul
1863 kaufte die evangelisch-lutherische Diakonissenanstalt das Objekt, nach Umbaumaßnahmen wurde die erste Tochteranstalt des Dresdner Diakonissenhauses noch im gleichen Jahr gegründet. Mit der Weihe am 6. September erhielt diese Tochtergründung den Namen "Bethesda". Dieser Name erinnert an eine Szene im Johannes-Evangelium: Der Evangelist berichtet von einem See namens "Bethesda", an welchem Jesus kranke Menschen heilte. (Joh., 5, 1 - 8) Noch heute finden Sie gegenüber der Frontseite des alten Hauptgebäudes einen Gedenkstein, der diesem Ereignis gewidmet ist.Anfangs bestand die Krankenanstalt aus zwei Gebäuden, kleinere Häuser kamen hinzu, 1879 wurde das Hauptgebäude eingeweiht. Es besteht noch heute aus einem zentralen Mittelteil ( dem ehemaligen Haupteingang ) mit sich anschließender Kapelle, sowie rechts und links des Einganges je einem Mittel- und einem Pfeilerbau. Es hatte eine Gesamtkapazität von 120 Betten. Dieses, von der Heinrich-Zille-Straße her bestimmende Gebäude, wird in Zukunft wieder für die medizinische Betreuung genutzt werden. Im Laufe der Jahre erweiterte sich Bethesda erheblich:
- Eine Kinderabteilung, später als chirurgische Klinik genutzt, entstand, in der körperlich und geistig behinderte Kinder betreut wurden. Sie erhielten neben der Pflege auch Unterricht in verschiedenen Handwerken, um sich einen Teil ihres Lebensunterhaltes selbst verdienen zu können.
- Es wurde eine Schule für Diakonissen gegründet. 1892 erhielt sie ein eigenes Gebäude, das Lydiahaus.
1914 waren auf 10 ha Grundbesitz allmählich 11 Häuser und ein umfangreicher Garten- und Wirtschaftsbetrieb errichtet worden. Einige davon prägen das Bild des heutigen Krankenhauses mit, sie werden erhalten bleiben und in das Gesamtkonzept des Krankenhauses einbezogen.
Bethesda betreute zusammen mit zahlreichen niedergelassenen Ärzten, Privatkliniken sowie Heil- und Genesungsstätten, darunter auch das bekannte Bilz-Sanatorium, die Einwohner in und um Radebeul gesundheitlich. Insbesondere Behinderten und alten Menschen galt die Fürsorge in Bethesda.
Brachte schon der erste Weltkrieg viele Veränderungen und auch Beschwernisse mit sich, nach dem 2. Weltkrieg hatte das Haus fast völlig seinen ursprünglichen Charakter verloren. 1941 wurde Bethesda geräumt und als Lazarett eingerichtet. Über den Verbleib der Patienten aus dem Kranken- und Siechenhaus gibt es keine Anhaltspunkte.
Nach 1945 entstand zunächst ein sehr dezentralisiertes Stadtkrankenhaus, später dann das Kreiskrankenhaus mit der Poliklinik.
Zwei neue Bettenhäuser wurden gebaut, zunächst die Innere Klinik, Ende der achtziger Jahre dann das chirurgische Bettenhaus. Die anderen Häuser wurden umgebaut und nach Möglichkeit modernisiert. Nach 1989 ergaben sich für das damalige Kreiskrankenhaus wesentliche Veränderungen. Der stationäre Krankenhausbetrieb wurde von der Poliklinik getrennt, die schließlich als Institution aufgelöst wurde. Heute wird das Gebäude als Ärztehaus genutzt. So wird die über Jahrzehnte gewachsene , gute Verbindung zwischen Ambulanz und stationärer Behandlung auch heute genutzt.
1994 konnte der komplexe Erweiterungsbau abgeschlossen werden, 1997 der Umbau des chirurgischen Bettenhauses zu einer modernen Psychiatrie, so dass jetzt ein, heutigen Ansprüchen gerecht werdendes, Krankenhaus der Regelversorgung den Patienten offen steht. 1998 wurde mit dem 2. Bauabschnitt der Psychiatrie begonnen. Damit wurde die Restaurierung des geschichtsträchtigen Haus 1 des Radebeuler Krankenhauses in Angriff genommen 2002 wurden die beiden Kreiskrankenhäuser Meißen und Radebeul fusioniert und in eine private Rechtsform unter kommunaler Trägerschaft überführt. Sie sind unter dem Namen Elblandkliniken als GmbH & Co. KG eingetragen. 2003 konnte die Restaurierung von Haus 1 abgeschlossen und zwei weitere psychiatrische Stationen übergeben werden. Die Krankenhauskapelle, die letztlich die Architektur des Hauses 1 bestimmt, wurde unter denkmalpflegerisch aufwendig restauriert und dient nun als Raum der Stille.

