Warum Stillen so wichtig ist

 

Die natürliche Fähigkeit, das Kind aus eigener Kraft zu ernähren, ist auch für die Mutter gut. Denn, durch den Saugreiz angeregt, produziert die Hirnanhangdrüse bei jeder Stillmahlzeit Oxytocin. Dieses sogenannte Milchausschüttungshormom regt die Durchblutung der Brust an und läßt die Milch fließen. Gleichzeitig ziehen sich die Muskeln der Gebärmutter immer wieder stark zusammen. Das zweite Stillhormon ist das Prolaktin. Es wird ebenfalls in der Hirnanhangdrüse gebildet. Auch dieses Hormon entsteht, wenn das Baby beim Nuckeln die Brust stimuliert. Durch kräftiges Saugen wird die Milchproduktion so gesteigert, daß auch Zwillinge genug zu trinken bekommen.

 

Durch intensive Forschung in den letzten Jahrzehnten sammelte sich eine beträchtliche Menge an Informationen über Stillen,  Muttermilch und deren Bedeutung. Je mehr man weiß, umso erstaunlicher wird, wie perfekt Muttermilch an die Bedürfnisse des Säuglings angepasst ist. Es ist technologisch genauso unmöglich die Muttermilch nachzumachen wie die Mutter selbst. Nicht nur, dass viele der zahlreichen Komponenten der Muttermilch noch gar nicht erst identifiziert sind oder ihre Funktion noch nicht verstanden ist, die Milch jeder Mutter schützt auch individuell vor Infektionen, die die Mutter selbst durchgemacht hat. Außerdem schützen Millionen von lebenden Immunzellen in der Muttermilch das Neugeborene vor Krankheiten.

 

In Entwicklungsländern sterben nach WHO-Angaben jährlich 1,3 Millionen Kinder an den Folgen des „Nicht-Stillens", hauptsächlich durch Durchfallserkrankungen und Fehlernährung. In entwickelten Ländern ist der Einfluss des Stillens auf die Säuglingssterblichkeit infolge moderner Hygiene und medizinischer Versorgung marginal. Dennoch sind nicht gestillte  Säuglinge stärker gefährdet, zum Beispiel am plötzlichen Kindstod zu sterben. Außerdem verringert Stillen die Wahrscheinlichkeit einer ganzen Reihe von Infektionskrankheiten, wie Durchfall, Erkrankungen der oberen Luftwege, Lungenentzündung, Mittelohrentzündung, Harnwegentzündung und Hirnhautentzündung. Auch gestillte Kinder können erkranken. Aber bei nicht gestillten Kindern erhöht sich die Häufigkeit, Dauer und Schwere der Krankheiten. Dadurch müssen nicht-gestillte Kinder viel häufiger im Krankenhaus behandelt werden als gestillte. Der Schutz durch Muttermilch ist in den frühen Lebensmonaten am stärksten ausgeprägt, erhöht sich aber durch die Fortdauer des Stillens.

 

Stillen gibt auch einen gewissen Schutz vor chronischen Erkrankungen, die häufig erst im späteren Leben des Kindes auftreten, wie Zuckerkrankheit und Krebserkrankungen im Kindesalter, Morbus Crohn und Übergewicht. Solche statistisch signifikante Zusammenhänge sind allerdings keine Garantie dafür, dass ein individuelles gestilltes Kind nicht erkrankt.


Weiterhin wurden bei ehemals gestillten Kindern im Schulalter höhere Intelligenzquotienten und bessere Schulnoten festgestellt. Möglicherweise werden gewisse Fettsäuren aus der Muttermilch für die optimale Gehirnentwicklung benötigt.

 

Stillen bietet auch für die Mutter gesundheitliche Vorteile. Denn Stillen führt zu einer schnelleren Rückbildung der Gebärmutter, und dadurch treten seltener Blutarmut und Infektionen auf. Außerdem stellt eine längere Stillzeit einen gewissen Schutz vor Eierstock- und Brustkrebs sowie Altersdiabetes dar. Weiterhin erreichen stillende Frauen schneller ihr Gewicht aus der Zeit vor der Schwangerschaft.
Des Weiteren stärkt Stillen die Zuneigung zwischen Mutter und Kind. Bei stillenden Müttern sind Depressionen nach der Geburt seltener und verlaufen weniger schwerwiegend.

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