Erkrankungen der Augenlider

 

 

Die Lider

Das Ober- und das Unterlid stellen die vordere Begrenzung der Augenhöhle dar. Die Augenlider sollten bei Lidschluss die Augenoberfläche (Hornhaut und Bindehaut) vollständig bedecken. Sie bieten dadurch einen Schutz vor Berührungen, Fremdkörpern und Verletzungen für diese sensiblen Gewebe. Beim Lidschlag verteilen die Lider den Tränenfilm, der den Vorderabschnitt des Auges vor dem Austrocknen bewahrt und somit für die Qualität der durch die Hornhaut erzielten Lichtbrechung sehr wichtig ist. Außerdem hat der Tränenfilm eine reinigende Funktion.

Kommt es zu Erkrankungen, die eine Lidbewegungsstörung oder eine Lidfehlstellung zur Folge haben, können die eben genannten Funktionen des Lides beeinträchtigt werden, was zu Missempfindungen und Sehverschlechterung führen kann.
 

Lidbewegungsstörung

Ein tiefer hängendes Oberlid wird Ptosis genannt und kann verschiedene Ursachen haben. Es kommen hierfür zum einen neurologische Störungen, Muskelerkrankungen, als auch im Alter erworbene Lidmuskelschwäche (senile Ptosis) in Frage. Vor der Einleitung einer Therapie sollte zunächst die Ursache geklärt werden, da je nach Ursache eine unterschiedliche Therapie gewählt werden muss. Eine senile Ptosis kann nur durch eine Operation behoben werden, während sich eine neurologische Störung -je nach Grunderkrankung- auch von allein besser kann.

Bei Schlupflidern (Dermatochalasis) kann überschüssige und erschlaffte Lidhaut zu einer Sehbehinderung und eventuell sogar zum Tieferstand des Lides führen. Wird die überschüssige Lidhaut operativ entfernt, öffnet sich das Auge wieder wie gewohnt. Die Kosten für diesen Eingriff trägt nicht in jedem Fall die gesetzliche Krankenversicherung. Dies kann in einem vorbereitenden Gespräch bei uns geklärt werden.

Bei einem Blepharospasmus kommt es zu krampfartigem und unwillkürlichen Schließen und Zucken der Augenlider. Die einfachste Therapiemöglichkeit besteht in einer Lähmung des verantwortlichen Muskels durch gezielte Injektion von Botulinumtoxin. Der Effekt einer Injektion hält ca. 3 Monate an, dann muss die Behandlung wiederholt werden.

Ein unvollständiger Lidschluss, der zum Austrocknen der Augenoberfläche führen kann, wird Lagophthalmusgenannt und wird meist durch eine Lähmung des Gesichtsnervs (Fazialisparese) verursacht. Um den schützenden Lidschluss wieder herbeizuführen, können entweder kleine Gewichte in das Oberlid implantiert oder ebenfalls Botulinumtoxin injiziert werden.
 

Lidfehlstellungen

Häufig kommt es im Alter zu einer Erschlaffung der Lidmuskulatur und / oder der Lidbänder und in Folge davon zu verschiedenen Lidfehlstellungen. Zum einen können die Lidkanten in Richtung der Augenoberfläche „einkippen“, was zu scheuernden Wimpern und damit zu einem erhöhten Reizzustand führt (Entropium).

Zum anderen können die Lider (meist das Unterlid) auch nach außen rotieren, was Ektropium  genannt wird und zu einer gestörten Benetzungsfunktion der Lider führt. Die Folge sind ebenfalls eine gereizte Augenoberfläche, sowie häufig ein tränendes Auge und Sehverschlechterung.

Beide Formen der Lidfehlstellung begünstigen den Eintritt von Bakterien in das Auge, was schwere Augeninfektionen zur Folge haben kann. Daher sollten sowohl das Ektropium als auch das Entropium rechtzeitig operativ korrigiert werden. Die geschieht in der Regel im Rahmen eines kleinen ambulanten Eingriffs in örtlicher Betäubung.

 

Liddrüsenentzündungen

Im Lid gibt es verschiedene Drüsen, wie z.B. die schweißbildenden Moll-Drüsen an den Wimpern, sowie die Meibom- und die Zeis-Drüsen, die dem Tränenfilm einen wichtigen Talganteil beisteuern und zudem ein Überlaufen der Tränenflüssigkeit über die Lidkante verhindern. Kommt es zu einer akuten, bakteriellen Entzündung einer Drüse, geht dies mit einer schmerzhaften, geröteten Schwellung einher und wird Gerstenkorn oder Hordeolum genannt. Ein Hordeolum kann mit antibiotischen Salben behandelt werden. Eine chronische Entzündung einer Talgdrüse wird Hagelkorn oder Chalazion genannt. Dieses ist -im Gegensatz zum Hordeolum- selten schmerzhaft und eine nicht-bakterielle Entzündung. Daher spricht ein Chalazion auch nicht auf antibiotische Salben an. Oft kommt es zur spontanen Entleerung der aufgestauten Talgmassen. Besteht das Chalazion jedoch längere Zeit, kann es operativ entfernt werden.

 

Faltenbehandlung

Wenn die Gesichtsmuskulatur die darüberliegende Haut zusammenschiebt, entstehen nach einiger Zeit Falten. Je öfter und länger dies geschieht, desto tiefer und dauerhafter werden die Falten. Diese Faltenbildung lässt sich dadurch vermeiden oder stark abschwächen, indem Teile der mimischen Muskulatur durch gezielte Injektion von Botulinumtoxin außer Gefecht gesetzt werden. Durch die Lähmung des Muskels kann dann die Haut nicht mehr in Falten gezogen werden, wodurch entweder erst gar keine Falte entsteht, oder geringe, noch nicht so ausgeprägte Falten sich wieder glätten. Damit ein so behandeltes Gesicht zwar jugendlich, aber nicht starr aussieht, sollten nur kleine, bestimmte Muskelgruppen behandelt werden. Dies sichert eine weiterhin lebendige und natürliche Mimik. Zur Behandlung eignen sich insbesondere die sogenannte Zornesfalte zwischen den Augenbrauen und die kleinen „Lachfalten“ am äußeren Augenwinkel. Die Kosten einer solchen Behandlung übernehmen in der Regel nicht die Krankenkassen. Eine ausführliche Beratung ist auch zur Kostenschätzung unerlässlich, die stark von den Wünschen und den anatomischen Gegebenheiten abhängen. Zur Faltenbehandlung und den entsprechenden Beratungen ist keine Überweisung notwendig, Sie können sich zur Terminvereinbarung direkt mit uns in Verbindung setzen.


Prof. Dr. med. Andreas Böhm

Chefarzt


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